Ellen Key

Über die Autorin

Ellen Karolina Sophie Key (* 11. Dezember 1849 auf Herrenhaus Sundsholm, Gemeinde Västervik; † 25. April 1926 im Haus Strand, Gemeinde Ödeshög) war eine schwedische Reformpädagogin und Schriftstellerin.

Ellen Key. Fotografie um 1905. Gemeinfrei.

Ellen Key. Fotografie um 1905. Gemeinfrei.

Ellen Karolina Sophie Key wurde am 11. Dezember 1849 in Sundsholm (Südschweden) als erstes von sechs Kindern geboren. Ihr Vater, Emil Key (1822–1892), bewirtschaftete ein Rittergut. Ihre Mutter, Sophie Ottiliana Posse (1824–1884), stammte aus einer adligen Familie. Die Eltern widmeten sich der Erziehung ihrer Kinder zugleich liebevoll und streng. Auf Luxus wurde verzichtet. Ellen war den Eltern in der Betreuung der jüngeren Geschwister eine zuverlässige Stütze. Sie besuchte keine Schule, sondern erhielt zu Hause Privatunterricht, unter anderem durch eine deutsche Lehrerin. Ellen interessierte sich lebhaft für Geschichte, Philosophie und schöngeistige Literatur.

Emil Key, der 1867 die schwedische Bauernpartei mitbegründet hatte, wurde 1868 Reichstagsabgeordneter. Die Familie zog nach Stockholm um. Ellen Keys Interesse an politischen und gesellschaftlichen Fragen wuchs. Sie entwickelte einen ausgeprägten Freiheits- und Gerechtigkeitssinn. Im Jahr 1869 erschienen erste Artikel von ihr in einer damals sehr renommierten Frauenzeitschrift, obwohl Ellen Key erst 20 Jahre alt war.

Ellen Key erteilte Kindern an der dörflichen Sonntagsschule Unterricht in Geschichte und Poesie. Ab 1875 unterwies sie an einer Art Volkshochschule junge Damen in Geschichte und Literatur. Außerdem unternahm sie (mit ihrem Vater), auch in den folgenden Jahren, mehrere Reisen, zum Beispiel nach Berlin, Dresden, Kassel, Wien, Paris, Florenz und Venedig.

Im Jahr 1878 musste sie aus finanziellen Gründen eine geregelte Tätigkeit als Lehrerin an einer privaten Schule in Stockholm aufnehmen. Sie unterrichtete dort bis 1898 Mädchen aller Altersstufen. Im Herbst des Jahres 1879 traf sie in London den deutschen Biologen Ernst Haeckel. Dessen Einsatz für die Evolutionstheorie beeinflusste auch spätere Werke von Key zum Thema Pädagogik und Frauen. Ab 1883 arbeitete Ellen Key zugleich bis 1903 als Dozentin für Literatur und Kulturgeschichte am Stockholmer Arbeiterinstitut.

1884 starb ihre Mutter; der Vater erlitt einen Schlaganfall. Ellen Key durchlebte krisenreiche Jahre. Ihr Engagement für Frauen- und Kinderrechte verstärkte sich. Sie sprach häufig vor Arbeiter- und Frauenvereinen. Sie wurde 1885 Vizepräsidentin einer Stiftung für intellektuell und künstlerisch arbeitende Frauen. Im Jahr 1892 starb ihr Vater.

Ellen Key zog sich 1903 aufs Land, in die Nähe ihrer Geburtsstätte, zurück. Sie pflegte aber weiterhin rege kulturelle, politische und literarische Kontakte – unter anderem mit Rainer Maria Rilke, Martin Buber und Richard Schaukal – und unternahm noch etliche Reisen ins europäische Ausland. 1904 erschien ihr Buch Über Liebe und Ehe, 1906 Der Lebensglaube. Betrachtungen über Gott, Welt und Seele, 1907 Rahel. Eine biographische Skizze. Es kam zu einer Begegnung mit Rainer Maria Rilke auf Capri. 1909 veröffentlichte sie die Abhandlung Die Frauenbewegung, 1911 die Schrift Seelen und Werke und 1913 die Schrift Die junge Generation.

Am 25. April 1926 starb Ellen Key am Vätternsee bei Ödeshög im von ihr selbst entworfenen, 1910–1912 erbauten Haus Strand.

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Schriften

  • Mißbrauchte Frauenkraft. 1905. EPUB MOBI
  • Menschen. Charakterstudien von Ellen Key. 1903.
  • Essays (1899). 1907.
  • Madame de Stael und Napoleon I. 1900.
  • Hilma Strandberg. 1900.
  • Frida Stèenhoff.  1901.
  • Die Wenigen und die Vielen. Neue Essays. 1901.
  • Das Jahrhundert des Kindes. 1902.
  • Über Liebe und Ehe. 1905. ext. PDF
  • Liebe und Ethik. 1911.
  • Der Lebensglaube. Betrachtungen über Gott, Welt und Seele. 1906.
  • Nietzsche und Goethe. 1907
  • Persönlichkeit und Schönheit in ihren gesellschaftlichen und geselligen Wirkungen. Essays. 1907.
  • Rahel. Eine biographische Skizze. 1907.
  • Drei Frauenschicksale (Sofja Kowalewskaja, Anne Charlotte Leffler, Viktoria Benedictsson). 1908. EPUB MOBI
  • Mutter und Kind. Berlin 1908.
  • Die Frauenbewegung. 1909.
  • Ein Frauenporträt (Sophie Hoechstätters Biographie über Frida von Bülow). 1910.